amokoor Kurzinformation

amokoor

amokoor ist eine Software zur Ausmittelung der homöopathischen Arzneien. Die Entwicklung erfolgte kontinuierlich von 1990 bis 2015. Bönninghausens Therapeutisches Taschenbuch 1897 - eine durch den Arzt und Botaniker Eduard Fries von Zürich erweiterte Ausgabe - diente als Grundlage und wurde vollständig eingearbeitet. Die Ausgabe von 1897 basiert ihrerseits auf der amerikanischen Ausgabe, welche wahrscheinlich (die Übereinstimmungen sind augenfällig) durch Constantin Hering auf Ersuchen von Clemens von Bönninghausen (welchem vom Übersetzer Verschwiegenheit bei der Nennung des Namens abverlangt worden sei) ins Englisch übersetzt und mit Ergänzungen versehen worden war. Dieselbe Ausgabe wurde von Timothy Field Allen durch zahlreiche Arzneien erweitert. Erfreulich ist schliesslich, dass Bönninghausens Spätwerk von 1860 „Behandlung des Keuchhustens“ vollständig integriert, aber in niedrigem Grad in der Taschenbuchausgabe 1897 vorlag.

Die ersten Ausmittelungen nach konventioneller Methode (Addition der Symptomengrade) von Bönninghausens überlieferten Kasuistiken mittels amokoor und mittels der Originalausgabe des Therapeutischen Taschenbuches 1845 führten nicht selten zu anderen Resultaten gegenüber der Arzneimittelwahl Bönninghausens. Einerseits lag der Grund in den Mängeln an Arzneizuordnungen sowohl in der Ausgabe 1845 wie auch in der Ausgabe 1897. Anderseits bediente sich Clemens von Bönninghausen einer speziellen Methode zur Ausmittelung der Arzneien: Seine Arzneimittelwahl erfolgte immer 1.) durch Abgleichung des Genius der Arznei mit dem Wesen der vorliegenden Krankheit sowie 2.) durch Separation der Arzneien mittels den Gegenanzeigen bei den bipolaren Symptomen (auch „Antithesen“, heute „Gegenpole“ genannt). Zu ergänzen ist, dass Bönninghausen selber im Taschenbuch nur einzelne Schlüsselsymptome zur Bestätigung oder deren Gegenanzeigen aufsuchte.

Es galt nun, Ergänzungen vorzunehmen aus folgenden Werken Bönninghausens (er lebte von 1785–1864): Sammelband „Kleine Medizinische Schriften“, „Behandlung des Keuchhustens“ (1860), „Aphorismen des Hippokrates“ (1863) und „Homöopathische Therapie der Fieber“ (1864). Dann wurden folgende Werke vollständig eingearbeitet: „Leitsymptome“ von Eugène Nash (1838-1917), „Keynotes“ von Henry Guernsey (1817-1885), „Vergleichende Materia medica“ von Rudolf Hermann Gross (1812-1865), „Kurzgefasste Arzneimittellehre“ von Constantin Hering (1800-1880) und „Klinische Arzneimittellehre“ von Ernest Farrington (1847-1885). 83 Arzneien mit rudimentären Symptomenzuordnungen wurden entfernt. Die Amokoor Version 16.2 umfasst 247 Arzneien und ca. 2587 Symptome („Zeichen“ und „Modalitäten“) mit 144‘000 Arzneizuordnungen, davon rund 100’000 aus dem Therapeutischen Taschenbuch, 13’000 Ergänzungen aus den zusätzlichen Werken Bönninghausens und 31‘000 aus den zuletzt genannten Werken. 21‘000 Symptome sind im 3., 33‘000 im 2. und 90‘000 im 1. Grad.

 Amokoor Patient ohne Kartei

Speziell Wert wurde gelegt auf die Möglichkeit einer Abgleichung mit dem Genius der Arznei, der für die Mehrheit der Arzneien vollständig ausgearbeitet ist. Ferner galt es, die im Taschenbuch Bönninghausens nach Allgemeinen Zeichen, Modalitäten und Ort der Zeichen (amo) dissoziierten Symptome durch Assoziation numerisch nach der Wertigkeit zu erfassen. Und zuletzt wurde ein komplexes Berechnungssystem programmiert, welches das System der bipolaren Symptome Bönninghausens (und von Gross) generiert und deren Berechnung mit der Wertigkeit der Arzneien koordiniert (Mathe).

 Amokoor Administration

Um schwierige Fälle zu ergründen, welche mehrere Konsultationen erfordern, lassen sich die wiederkehrenden Symptome eines Patienten über eine bestimmte Zeiteinheit im Fenster „Chronizität“ ermitteln, woraus sich sein Hauptmittel ableiten lässt. Ebenso über eine bestimmte Zeiteinheit können im Fenster „Kollektiv“ die häufigsten Symptome von verschiedenen Patienten mit derselben klinischen Diagnose ermittelt werden, wodurch sich die Symptome des „Genius epidemicus“ und das Epidemiemittel finden lassen.

Amokoor ist mit einem ausführlichen Homöopathielehrgang ausgestattet. Auch lässt sich jede Arznei nach dem Grad ihrer Symptome studieren. Um das Wesen einer Arznei besser zu verstehen, lassen sich die Arzneien miteinander elektronisch vergleichen.

Amokoor Arznei-Analyse

Durch die elektronische Datenverarbeitung erfährt das dynamische System Bönninghausens eine Renaissance und eine wesentliche qualitative Steigerung.

 

Zusammenfassend

a) für Voll- und Light-Version

  • Exakte Auswertung der Symptome nach ihrem Grad
  • Abgleichung der Symptome mit dem Genius der Arznei
  • Berechnung nach bipolaren Symptomen
  • Hierarchische Markierung der Symptome
  • Symptomenwahl nach klinischen Symptomenlisten

b) für Vollversionen zusätzlich

  • Patientenarchiv
  • Ausmittelung nach Chronizität des Falles
  • Ausmittelung der Epidemiemittel
  • Analyse einzelner Arzneien
  • Analyse der Arzneiverwandtschaft
  • Vollständiger Homöopathielehrgang